Julia Lacherstorfer | Ich
19173
page-template-default,page,page-id-19173,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-3.1,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12,vc_responsive

Biografie

Julia Lacherstofer

© Theresa Pewal

Schon seit Kindheitsbeinen an flechten sich in Julia Lacherstorfers Leben vielfältige Musikerfahrungen in die Selbstverständlichkeit des Alltäglichen. Im Haus der Lacherstorfers im Oberösterreichischen Traunviertel werden seltsam anmutende Klänge, wie das Schnarren der Drehleier des Vaters, das Klackern des Spinnrades der Mutter oder das aus dem Obergeschoss dringende Akkordeonspiel des Großvaters  schnell zu vertrauten Klängen und Geräuschen, die Julias Kinderohren prägen. Beide Elternteile sind volksmusikantisch aktiv, weshalb sowohl der Tanzboden, als auch die Bühne zu vertrautem Terrain zählen. Aber nicht nur die heimischen Traditionen sind in den Alltag der Familie verwoben – auch der Austausch mit anderen Musikgruppen wird über Landesgrenzen hinweg gepflegt. In der schier unerschöpflichen Plattensammlung des Vaters offenbart sich der kleinen Julia ein musikalisch reichhaltiger und vielfältiger Kosmos, den sie sich nach und nach zu eigen macht. Auf den jährlich stattfindenden Musikant*innenwochen entpuppt sich schließlich die Geige als bevorzugtes Instrument und Ventil ihres kreativen Ausdrucks.

 

Bis heute schöpft Julia Lacherstorfer Kraft und Inspiration aus den musikalischen Erfahrungen ihrer Kindheit und der volksmusikalischen Tradition ihrer Heimatregion, ohne dabei den Sinn für Gegenwärtiges zu verlieren. Die Unmittelbarkeit und das freie Spiel des Musikant*innentums findet sie später in der improvisierten Musik  eher wieder, als in der klassischen, sogenannten E-Musik. Nach einem Schulmusik-Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, setzt die in jungen Jahren schon  sehr bühnenerfahrene Musikerin deshalb ihren Ausbildungsweg donauaufwärts an der Anton Bruckner Universität in Linz im Fach Jazz und improvisierter Musik fort.

 

Mit der Gründung des Ensembles „Alma“ und dem Duo „Ramsch und Rosen“ 2011 erfüllt sich Lacherstorfer einen langjährigen Wunsch, nämlich, sich an der Seite jener Partner*innen künstlerisch zu professionalisieren, denen sie sich musikalisch und menschlich am nächsten fühlt. Mit Ihnen gemeinsam widmet sie sich der Verwertung traditioneller Aspekte in der österreichischen und europäischen Volksmusik und achtet dabei stets auf die Transportierbarkeit in die heutige Zeit.

 

Als Komponistin lotet Lacherstorfer die Grenzen zwischen Vertrautem und Unerwartbarem aus, zwischen der Eingängigkeit traditioneller Melodien und der Unberechenbarkeit, die improvisierter Musik innewohnt. Als Performerin legt sie besonderen Stellenwert auf den Bezug zum Publikum, lässt Bilder und Assoziationen zu, um ihre Musik nachvollziehbar und erlebbar zu machen.

 

Mit ihren mittlerweile mehrfach preisgekrönten Ensembles „Alma“ und „Ramsch und Rosen“ hat die 33-jährige Musikerin bereits die etabliertesten Konzertbühnen und Festivals Österreichs (Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, Brucknerhaus, Porgy & Bess..) bespielt und konzertiert längst international. (Dänemark, Schweden, Irland, Spanien, Armenien, Peru, Mexiko, USA , uvm..)

 

Nicht zuletzt durch ihre langjährige Tätigkeit als Workshopreferentin im Bereich Volksmusik, Jodeln und Improvisation und durch die Übernahme der Intendanz des Festivals wellenklænge in Lunz am See seit 2018, nimmt Julia Lacherstorfer nun auch Einfluss auf Gegenwart und Zukunft, indem sie Musiker*innen und Künstler*innen eine Plattform bietet. Als Performerin und Komponistin besticht Julia Lacherstorfer durch ihre Spielfreude, Virtuosität und künstlerische Neugierde und ist deshalb aus der österreichischen Musikszene längst nicht mehr weg zu denken. Eingebettet in zahlreiche Band-Formationen, Ensembles und Spielarten, arbeitet sie nun an ihrem Solo-Programm „Die Spinnerin“ und begibt sich dabei auf eine musikalische Spurensuche nach weiblicher Identität, nach ihrem gegenwärtigen Bezug zur Welt und sich selbst

In aller Kürze

Julia Lacherstorfer
18.09.1985

 

  • Volksmusikalisch geprägt und aufgewachsen in Bad Hall.
  • 2003 nach Wien übersiedelt.
    Erste Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst und der Universität Wien in den Bereichen Musikwissenschaft, Pädagogik, Musikerziehung (Hauptfach Violine), Psychologie und Philosophie.
  • 2004 Workshoptätigkeiten in den Bereichen: Jodeln, Enselmblespiel in der Volksmusik
  • 2005 Gründung eigener Projekte wie „Aufstrich“ und „triovial“ und darauffolgende Konzerttätigkeiten.
  • 2009 ausgedehntere Konzerttätigkeiten
  • 2010 Jazzstudium an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, u.A. bei Andi Schreiber, Peter Herbert und Christoph Cech
  • 2011 Gründung der Bands „Alma“ und „Ramsch und Rosen“
    als freischaffende Musikerin im In-und Ausland tätig.
  • 2014 erhielt Julia Lacherstorfer ein STARTstipendium des BMUKK.
  • 2015:
    _ Studienabschluss mit Auszeichnung (BA) im Bereich Jazz und improvisierte Musik,
    _ Kompositionsauftrag für das Vokalensemble „Company of Music“,
    _ 2. Platz bei den „Austrian World Music Awards“ mit ALMA
  • 2016:
    _ Finalisten beim Förderprogramm des BMEIA„The New Austrian Sound of Music“ mit Ramsch & Rosen (Reisen in die USA, Kanada, Armenien, Slowakei, Spanien, etc.)
    _ Uraufführung des Vokalsstückes „Metamorphoses“ im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses
  •  2017:
    _Deutscher Weltmusik-Sonderpreis RUTH geht an ALMA

Tonträger

  • „Goldapfel und Zaubergoaß“ | Märchen-CD mit Helmut Wittmann | ATS records, 2002
  • „Brot“ | Aufstrich | non food factory, 2008
  • „Spiele“ | Aufstrich | non food factory, 2010
  • „eventuell!“ | esmeraldas taxi | Bibliothek der Provinz, 2009
  • „Bipolar“ | Neuschnee | Problembär-Records, 2011
  • „Drachenhaut und Rosenmund“ | Märchen-CD mit Helmut Wittmann + Ramsch&Rosen“ | ATS records, 2013
  • „Nativa“ | Alma | col legno, 2013
    Bestenliste der „Deuschten Schallplattenkritik“, 4. Quartal 2013
     Logo vom Preis der Deutschen Schallplatten Kritik - Bestenliste

 

 

 

 

 

 

  • „Bellver“ | Ramsch und Rosen | Lotus Records, 2014
  • „Transalpin“ | ALMA | col legno, 2015
  • „Bergen“ | Ramsch & Rosen | Lotus Records 2016

Auszeichnungen

  • 2013: Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik mit ALMA
  • 2014: Startstipendium des BMUKK
  • 2015: 2. Platz Austrian World Music Awards für ALMA
  • 2016: Finalisten „The New Austrian Sound of Music“ mit Ramsch und Rosen
  • 2017: Deutscher Weltmusik-Sonderpreis RUTH für ALMA
  • 2017: Kulturpreis des Landes NÖ für ALMA
  • 2018: Pongauer Hahn, Überregionaler Volksmusikpreis für Ramsch & Rosen

Presse

Europäisches Kulturerbejahr 2018

„folkBALTICA ist stolz darauf, Julia Lacherstorfer aus Österreich als Hauskünstlerin 2018 präsentieren zu können – eine moderne europäische Künstlerin aus dem Herzen Europas, welche die traditionelle Musik ihrer Heimat in neuem Gewand aufleben lässt.“

Folker - Magazin für Folk, Lied & Weltmusik // 02-18

Die neue Innigkeit
Alma
Reise zur Seele einer weltoffenen alpinen Volksmusik
Sie ist ganz schön in Bewegung, die Volksmusik der Alpenländer. Wobei hier nicht die Rede ist von der Neuen Volksmusik, die seit den Neunzigern eher plakativ und oft auch mit großer Lautstärke in Erscheinung getreten ist. Seit einigen Jahren gibt es vielmehr eine Tendenz, die ins Introspektive zielt, sich gerne auch mal mit der Klassik verbrüdert, die Seele des Alpinen auf diese Weise neu herausarbeitet und sich bei alledem trotzdem für die weite Welt öffnet. In Österreich wirkt das Quintett Alma da ganz weit vorne mit und wird nach seiner Teilnahme am Hauptkonzert 2014 in diesem Jahr zum zweiten Mal beim Festival Folk Baltica auftreten.

Mehr lesen…

mdw-Magazin // Special: LIEBE // 01.12.17

Sie sind ein privates Paar, treten als Duo Ramsch & Rosen auf und haben ab dem Sommer 2018 die Intendanz des wellenklaenge-Festivals in Lunz am See inne: Julia Lacherstorfer und Simon Zöchbauer, ehemalige Studierende der mdw, erzählen im Gespräch mit dem mdw-Magazin, wie es sich als Künstlerpaar am Stadtrand von Wien lebt und warum sie sich für Privates oft ganz bewusst Zeit nehmen müssen – und sie zeigen, dass zwei Kreative nicht eine(r) zu viel sind.

Mehr lesen…

Die Presse SCHAUFENSTER // Fr, 10.02.17

Text: Ruth Weismann, Porträit: Christine Pichler

„Renaissaince des Feminismus“
Verführung oder Vergewaltigung?
Julia Lacherstorfer spricht über „Ganymed Female“ im Kunsthistorischen Museum.

Ö1 Talentbörse (oe1.orf.at, 25.09.2014) schreibt:

Julia Lacherstorfer, Jazz und improvisierte Musik

 

Ö1 Talentebörse

 

Julia Lacherstorfer studiert an der Anton Bruckner Privatuniversität Jazz und improvisierte Musik und ist mit ihrer Band „Alma“ über die Grenzen Österreichs hinaus erfolgreich. Dieses Jahr erhielt sie ein STARTstipendium des BMUKK 2014. Was ist Kunst? Kunst ist, wenn man seine eigene innere „Sprache“ gefunden hat, in der man sich auszudrücken vermag. In welcher Form auch immer. {…}

Rainer Krispel (Augustin, 373) schreibt:

Das kann man nich halb machen
(Rainer KRISPEL | Augstin, 373)

„Julia Lacherstorfer spielt seit über 20 Jahren Geige. Die in Wien ansässige gebürtige Oberösterreicherin positioniert sich dabei zwischen Volksmusik und Experiment. Für das Augustin-Gespräch unterbricht Julia Lacherstorfer das Komponieren für ihren Bachelor am Brucknerkonservatorium Linz, wo sie „Jazz und improvisierte Musik“ studiert. Als künstlerische Abschlussarbeit wird die 1985 in Bad Hall geborene Musikerin dabei mit ihrer Formation Alma, erweitert um das „Heimatorchester“ – Klavier, Flöte, Trompete und Schlagzeug – auftreten. {…}

Renald Deppe schreibt:

Julia Lacherstorfer ist eine ungeheuer vielseitige Klangkünstlerin. Keine stilistischen Berührungsängste prägen ihr Musiker-Berufsbild: Eine nach vielen Seiten hin offene kreative Neugier ermöglicht der musikantischen Energie der jungen Dame stets auf- & erregende Neupositionierungen. Trotzdem haben Ihre musikalischen An-, Um- & Absichten Unverwechselbares, fern von jedweder zeitgeistig weltmusikalischen Beliebigkeit. Fest verwurzelt in den austriakischen Alpenklängen lässt sie gerade diesen vermeintlich wohlvertrauten Heimat-, Stadl- & Stallklängen erfrischende wie gekonnte Radikalkuren zukommen.

Andreas Felber (Der Standard, 29.04.2014) schreibt:

Volksmusik – zeitgenössisch auch ohne X
(Andreas FELBER | DER STANDARD, 29.04.2014)

Wean hean widmet der Sängerin und Geigerin Julia Lacherstorfer einen Porträt-Abend. Dass ein Volksmusik-Album den Namen einer Stadt in den Pyrenäen trägt, ist so alltäglich nicht: Für Ramsch & Rosen steht dahinter programmatische Absicht: „Bellver“ hat eine andere Schwingung, als es ein Dialektwort hätte. Es war wichtig, das Album aus diesem Kontext rauszunehmen“, so Sänger-Violinistin Julia Lacherstorfer.

Das mit Simon Zöchbauer (Trompete, Zither) betriebene Duo bietet neben groovigen „Schützentänzen“ und einem „Grinzinger Schleunigen“ auch improvisierte Miniaturen, eine Nummer von Jazzer Freddie Hubbard oder ein Jodlerlied, das mit Bordunklängen der indischen Tanpura unterlegt wird.

Dass die 28-Jährige das neue CD-Opus im Zuge eines Wean hean-Porträt-Abends präsentieren kann, ist sinnvoll: Ist sie doch eines der markantesten Gesichter jener neuen Generation von Volksmusikern, die auf selbstverständliche Weise an Traditionen aller Richtungen andocken, ohne „Volksmusik“ mit „x“ zu schreiben. Am selben Abend ist Lacherstorfer zudem im Projekt Neuschnee des Wiener Singer/Songwriters Hans Wagner zu hören, ebenso mit dem Quintett Alma.

Begonnen hat für sie und ihre Schwester Marlene (Kontrabassistin bei Alma) alles in Kindertagen: „Unsere Eltern und unser Opa haben früh mit uns musiziert. Es war etwas Natürliches, weit entfernt von jeder ‚Pflege‘. Es war nur ein Teil unseres musikalischen Spektrums. Deshalb musste ich mich später nie davon emanzipieren.“ Einen Satz von René Freund abwandelnd könnte man resümieren: Durch Musikerinnen wie Julia Lacherstorfer verliert die Volksmusik endgültig ihren Schrecken!“

Bernhard Flieher (Salzburger Nachrichten, 20.03.2014) schreibt:

Freies Spiel auf dem Rücken der Tradition
(Bernhard FLIEHER | Salzburger Nachrichten, 20.03.2014)

„Wenn das Rückgrat der Tradition freigelegt ist, beginnt Julia Lacherstorfer, eine neue Volksmusikwelt zu schaffen. Gekratzt muss vorher werden und geschürft. {…} Flächen werden aufgerissen, Sounds geschaffen, die elegant fliegen wie Adler in einem Naturfilm. Immer geht es um Raum, jenen Raum, den eine alte, zigfach gehörte Musik braucht, um frische Luft zu bekommen. Und es ist auch der Raum, in dem Musiker sich intensiv auf die Suche machen können nach neuer Sprache, neuer Form, die zwar auf dem starken Rücken der Tradition ruht, aber eben doch in der Gegenwart lebt und in die Zukunft weist.{…} Mit der 28-jährigen Julia Lacherstorfer als einer derzeit zentralen Figur tritt eine rund zwanzig Jahre jüngere Generation an. Sie trifft auf eine Offenheit im künstlerischen Umgang mit alpenländischer Musiktradition, die in den 1980er-Jahren noch nicht existiert hat. Diese Generation muss weniger Kämpfe ausfechten, kann sich stattdessen eines so intellektuellen wie gefühlvollen Umgangs mit der Musik annehmen, um diese Kultur in neue ästhetische Freiräume zu führen. {…}“

Workshoptätigkeiten

© Theresa Pewal

In den Bereichen Volksmusik, Improvisation und Jodeln an folgenden Institutionen: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Volksmusikakademie Lesachtal, Musikschulmanagements NÖ, KPH Krems, Volkskultur NÖ, BORG St. Pölten, Volksschule Zelking, Schrammel.Klang.Festival, Steirisches Volksliedwerk, Burgenländisches Volksliedwerk, artes iuventutis, Anton Bruckner Privatuniversität, Harald Haugaards International Fiddleschool (DK/DE), University of Limerick (IR),…